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Schlossfest in Königs Wusterhausen

Präludium

Am 4. September riefen mich und weitere “Hoheiten” aus der Region “königliche” Verpflichtungen nach Eberswalde zum Brandenburg-Tag.

Die versammelten “Hoheiten” auf der Bühne bei Antenne Brandenburg. Der saloppe Zivilist links ist übrigens der Eberswalder “Spritzkuchenkönig”.

Rein zufällig habe ich dort meinen Lieblingssohn Friedrich getroffen, der mich mit viel Hallo seinen mitgereisten Kameraden der Handwerkerschaft vorstellte.

Lady in blue bei einer Siesta zwischen den Auftritten.

Der König hat meine Intervention bei der Eröffnung der Kavalierhäuser wohlwollend zur Kenntnis genommen und spendiert zum Schlossfest seiner Königin ein neues Kleid.
Ein beeindruckender Entwurf ist schon fertig, eine fähige Schneiderin gefunden und die Finanzmittel bei der Staatskasse beantragt.

                        
Entwurf: Jürgen Popig

    20. Sept.2004: Letzte Meldung aus der königlichen Kämmerei:
    Das Kleid ist fertig, die Kassen leer und
    die fähige Schneiderin vom Zeuthener “Hexenstich” zur
    “Königlichen Hofgarderobenmanufakteuse”
    ernannt.

    Eine Frage bleibt nur noch offen:
    Wie und wann sag´ ich es meinem König?

Am 25.September ist es endlich soweit, das Highlight in meiner
bisherigen “königlichen Karriere”:

 Schlossfest Königs Wusterhausen

König Friedrich Wilhelm I alias Heinz Borchert

Königin Sophie Dorothea alias Margrit Henseke

Ein sonniger Herbsttag strahlte mit den Tausenden Besuchern und den vielen Akteuren um die Wette: Petrus liess sich nicht lumpen und spendierte zum königlichen Spektakel das passende Kaiserwetter.

“Rückkehr von der Jagd” hiess das Motto des diesjährigen Schlossfestes. Und so fuhr Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I (gespielt von Heinz Borchert), angeführt von seinen Langen Kerls und begleitet von den Treibern mit der Jagdbeute, den Jägern und der adligen Hofgesellschaft pünktlich um zehn Uhr an seinem Schloss Wusterhausen vor.

Was inzwischen im Schloss geschah:
Durch meine Zofen wurde ich in das neue Gewand geschnürt, geschminkt, gepudert und mit Hilfe der anwesenden Frisöre die Festtagsperrücke montiert. Währenddessen wuselten auf dem Schlosshof die Kindergartenkinder, allerliebst als Lange Kerls en miniature oder Blumenkinder kostümiert, herum und warteten auf ihren großen Auftritt. Dann endlich, das ersehnte Trompetensignal vom Schlossturm, und ich schritt, die Kinder voran, mein Hofstaat in gebührendem Abstand hinterher, meinem König entgegen.

Artig mache ich meinem König die honneurs, begrüsse meine Kinder Wilhelmine und Friedrich, der später der Alte Fritz genannt wurde, und den Amtmann von Wusterhausen (habe ich trotz Kostüm sofort als unseren Bürgermeister Stefan Ludwig identifiziert)

Halt, meine Hündchen!
“Hundeführer, hat er sie auch gut abgeputzt?”
“The same procedur as every day, Euer Hoheit, frisch shamponiert, gepudert und parfümiert.”

Meine Kammerzofen müssen mir beim Einstieg in die Kutsche behilflich sein, dieser großzügig geschnittene Reifrock mitsamt der Krinoline will doch durchaus nicht durch den Einstieg passen.

Geschafft, ich sitze meinem König vis-a-vis. Auf der Ehrenrunde über den Kirchplatz, rund um den Handwerkermarkt, nehmen wir huldvoll die Ovationen der Schaulustigen entgegen.

 Alte Handwerkstechniken in historischen Kostümen wurden auf dem Kirchplatz vorgestellt und dem König eine Bittschrift zum Wohlergehen der “ehrbaren Zünfte” verlesen.

Der König war ob der erfolgreichen Jagd äußerst wohlgelaunt und ich nutzte die Gunst der Stunde, ihm den Kahlschlag in der Staatskasse für meine Festausstattung zu gestehen.Zu meiner Erleichterung nickte er wohlwollend, konnte es sich aber auch nicht verkneifen, die entstandenen Ausgaben in “Kerls” umzurechnen.

Der Jubel und die Neugier der “Untertanen” auf dem Schlossplatz war inzwischen so groß, daß die Leibgarde einen Weg für die Kutsche bahnen musste. Mein Hofstaat wartete schon, eigentlich sollte es jetzt zum Dinner gehen. Aber...
...auf dem Weg lag ja noch die Zuckerbäckerei. Noch einen Mohrenkopf als Entree? Und richtig, es gab sie. Mein König liess mich großzügig gewähren und ich es mir schmecken.

Mein Gemahl führte mich an die königliche Tafel, wo bereits die königliche Jagdbeute aufgetafelt wurde: Ein köstliches und opulentes Festmahl. Seine Majestät war von dieser Creation so begeistert, daß er auf der Stelle den Küchenchef des Schlossrestaurants, Carsten Voigt, per Urkunde den Titel “Königlicher Hofküchenmeister” verlieh. Wenn nur nicht dieses schreckliche Mikrofon gewesen wäre (die Majestäten waren ja noch verkabelt um die Tischgespräche an das Volk weiterzugeben), ich wusste nicht so genau: ist das jetzt ein Wachtelknöchelchen oder beisse ich gerade in das Mikrofon? Dazu die vielen Schaulustigen, die ständig in mein Essen hineinfotografierten. Aber wie heisst es doch so schön, “Adel verpflichtet”. Also, Mund auf und durch!

Der Nachmittag verging mit viel Kurzweil: Musik und höfische Tänze auf den Bühnen, das Königspaar und die Hofgesellschaft wehten tänzelnd und parlierend durch

das Schlossensemble, Riesenandrang zur Schlossbesichtigung und viel Betrieb auf dem Handwerkermarkt. Selbst der Regen am Abend tat der guten Laune keinen Abbruch. Seinen furiosen Ausklang nahm das Fest am späten Abend mit einem Feuerwerk im Schlossgarten.

König und Königin hoffen, daß es allen Beteiligten, sowohl den Zuschauern als auch den Akteuren, genausoviel Vergnügen bereitet hat, wie uns.
Mein besonderer Dank gilt Jürgen Popig, der sich um die künstlerische Vorbereitung des Schlossfestes und natürlich bei der Anfertigung der königlichen Garderobe  verdient gemacht hat und an Werner Popp, der die meisten Fotos zu dieser Seite beisteuerte.
Merci, merci an alle und au revoir in zwei Jahren!

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